Freitag, 11 November 2022 13:48

Sind Ecksofas für Ecken bestimmt?

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Einer hat Ecken und Kanten, der andere weist verspielte Rundungen auf, eine ist kantig und grantig, die andere läßt durch ästhetisch ansprechende vernünftig abgerundete Wortmeldungen aufhorchen.

 

Ja, sowohl das eine wie auch das andere Element ist willkommen, ist nötig, sollte – trotz allem – begrüßt und akzeptiert werden, als vollwertiges Mitglied dieser Gemeinschaft von Facetten des reich überbordenden Gemäldes des Lebens. Können Mosaike aus drei Steinchen gebastelt werden? Wenn ja: dann werden es keine sehr geheimnisvollen und romantischen und detailreichen sein. Der Phantasie sind keine Schranken gesetzt – ertüchtigt euch, erdreistet euch, ermutigt euch zu diesem Schritte: laßt eure Phantasie walten, macht ihr freie Bahn!

Aus alten Ecken werden neue Orte

Wie oft wir mit dieser Situation zu tun hatten, mit ihr konfrontiert waren! Eine unnütze Ecke. Eine alte, längst aus dem Kreislauf gefallene Ecke. Die übersehene Ecke, die mitunter gar bewußt mißachtete, diskriminierte, gebannte Ecke. Was hat sie uns nur getan? Womit hat sie nur unsere Aufmerksamkeit zuerst erregt, um sodann aus dieser in hohem Bogen hinausgeschmissen zu werden? Durch ihr stilles Dasein, durch ihr stilles Wirken im Verborgenen hat sie Schuld auf sich geladen? Erinnert sie uns vielleicht an eine verruchte Tat, die wir gerade hier ersonnen oder gar getan haben? Erinnert sie uns vielleicht an eine längst vergangene Periode, die sich in Milch und Honig ergoß, die nie vergehen sollte und doch schon lange unwiderrufen unwiederbringlich verflossen ist, als verflossen endlich anerkannt werden sollte, aber nicht anerkannt werden will? Könnte man nicht endlich aus dieser verstaubten, aber unter der Oberfläche munter weiter ihr Unwesen treibenden Schmach und Pein ein neues frisches Design entwickeln, ihr einen lebendigen lebensbejahenden fröhlichen Anstrich verpassen und sie bewußt aufnehmen in die Umgebung, sie integrieren in den übrigen Kosmos?

Aus Sofas werden Ecksofas

Schon die Erfindung des Sofas an sich war eine Heldentat und Gigantentat ohnesgleichen. Wie sehr mußte der menschliche Geiste sich über die Wasser erheben, wie kunterbunt dortselbst umeinanderwirbeln, um daraus noch die Quadratur des Kreises zu erschaffen, aus einem „normalen” Sofa ein Ecksofa zu ersinnen. Conforama.ch kann's. Ohne mit der Wimper zu zucken. Ohne auch nur ein wenig außer Puste zu geraten. Ohne sich auch nur im Mindesten daran zu überheben oder zu überessen. Ecksofas passen an Orte, die man längst für passé gehalten hätte. Gibt ihnen eine neue Bestimmung, verhilft ihnen zu einem neuen Anlauf, einem neuen unbeschwerten Anfang, ermöglicht ihnen ein neues Leben. Die unbeachtete – ja, möglicherweise sogar störende – Ecke wird im Triumph reintegriert, wird mit allen Ehren und Endungen aufgenommen in den Kreis der uns umgebenden Einzelheitchen. Aus einem Klumpen Lehm wurde sie geformt, sodann ihr Leben eingehaucht. Möge ihr ein langes freudvolles selbstbestimmtes Leben vergönnt sein! Möge sie sich beachtet und geachtet vorkommen! Sie hat uns nichts Schlimmes getan, nichts, was unsere Mißachtung und ihren Ausschluß aus unserer Gemeinschaft rechtfertigen könnte.

Aus frechen Kindern werden brave Ecksofabenutzer

Das ist doch wieder einmal die Krone der Schöpfung: Das freche Kind, der Rotzlümmel, der Herausforderer in Person, der Ruhestörer, der Aufreger, der provokant Krokant einfordert, der Provokateur, der bewußt das Malheur ansteuert – endlich ist es gefallen, der mächtige Odem des Hypnos hat es ereilt, da kann Morpheus nicht mehr weit sein.

 
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