Inhaltsverzeichnis:
- Haus der Visionäre als Kulisse
- Chlär zwischen Lausanne und Berlin
- Elizaveta Poliakova und Felix Kiessling
- Ballet Sur_real und die Verbindung von Welten
Haus der Visionäre als Kulisse
Das Haus der Visionäre, ein ehemaliger Industriestandort an der Eichenstraße 4A, bietet mit seinen rohen Backsteinwänden die passende Atmosphäre für das experimentelle Stück. Die Produktion untersucht das Verhältnis von Mensch und Maschine in einer zunehmend technisierten Welt. Das Tanzprojekt erforscht, wie sich Bewusstsein durch Daten und Algorithmen verändert. Die Veranstalter betonen, dass künstliche Intelligenz weder als Bedrohung noch als Erlösung dargestellt wird, sondern als Spiegel kollektiven Denkens.
Thematisch knüpft das Stück an aktuelle Diskussionen über die Integration künstlicher Intelligenz in Kunst und Gesellschaft an. Gerade in Berlin, einer Stadt, die immer wieder neue kulturelle Formen hervorbringt, trifft dieses Thema auf großes Interesse.
Chlär zwischen Lausanne und Berlin
Charles Akaisi alias Chlär, 28 Jahre alt, stammt aus einem Dorf bei Lausanne. Schon mit 13 begann er, elektronische Musik zu produzieren. Er zählt heute zu den innovativsten Techno-Produzenten seiner Generation. In der Schweiz habe es lange kaum eine Techno-Szene gegeben, sagte er der Berliner Morgenpost. Nach zahlreichen Underground-Raves zog er im Alter von 20 Jahren nach Berlin. Dort studierte er am Catalyst Music Institute im historischen Funkhaus in Treptow-Köpenick. Seine Kompositionen entstehen laut eigener Aussage durch „eine Mischung aus Intuition und Technik-Kenntnissen – es ist einfach beides“.
Berlin bleibt ein Magnet für Künstler dieser Art. Auch andere kreative Projekte, wie der neue Marktplatz im Süden Berlins, zeigen, dass die Stadt weiterhin Raum für kulturelle Experimente bietet.
Elizaveta Poliakova und Felix Kiessling
Im ersten Akt arbeitet die Tänzerin Elizaveta Poliakova mit einem großformatigen Stoffobjekt des bildenden Künstlers Felix Kiessling. Sie verstrickt sich darin, befreit sich und verändert immer wieder ihre Form. Das Stück thematisiert die Suche nach Balance und räumlicher Orientierung in einer instabilen Umgebung.
In der folgenden Szene reagieren die Tänzer direkt auf das Live-Set von Chlär. Die 360-Grad-Klanginstallation von d&b audiotechnik erzeugt ein intensives Raumgefühl. Die Bewegungen der Tänzer wirken wie eine physische Antwort auf den immer schneller werdenden Beat. Diese Szene steht sinnbildlich für den modernen Lebensrhythmus, geprägt von Beschleunigung und Selbstoptimierung.
Ballet Sur_real und die Verbindung von Welten
Das Ensemble Ballet Sur_real vereint Techno mit klassischem Tanz. Zu den Mitwirkenden gehören Jade Albrieux, Sofia Repo, Sherly Belliard, Ryan Drobner, Soraya Schulthess und Renato De Leon. Die beiden Letztgenannten sind auch die Autoren des Stücks. Besonders eindrucksvoll ist die Szene zwischen Drobner und De Leon, die fast zu einer Einheit verschmelzen und mit den pulsierenden Beats der Stadt interagieren.
„Dancae X Chlär“ folgt keiner linearen Erzählung. Stattdessen zeigt es emotionale Zustände und körperliche Reaktionen auf Klang, Raum und Licht. Das Stück richtet sich an Zuschauer ab 16 Jahren und dauert 60 Minuten. Die Tickets kosten zwischen 10 und 52 Euro.
Für viele Besucher wird der Abend mehr als nur ein Theatererlebnis sein. Die Verbindung aus Bewegung, Technik und urbaner Atmosphäre erinnert an moderne Lichtinstallationen in der Hauptstadt, wie etwa den Lichtzauber im Botanischen Garten Berlin.
„Dancae X Chlär“ zeigt eindrucksvoll, wie elektronische Musik und Tanz zu einer neuen Form des Ausdrucks verschmelzen können. Das Stück dokumentiert den Zeitgeist einer Generation, die zwischen Technologie, Körper und Klang nach neuen Formen der Verbindung sucht.
Quelle: Berliner Morgenpost, Extratimeout
FAQ
Wer ist Chlär?
Chlär, bürgerlich Charles Akaisi, ist ein 28-jähriger Techno-DJ und Produzent aus der Schweiz. Er begann mit 13 Jahren Musik zu komponieren und lebt heute in Berlin.
Was ist „Dancae X Chlär“?
„Dancae X Chlär“ ist ein experimentelles Tanztheaterstück der Deutschen Oper, das die Beziehung zwischen Mensch und Maschine untersucht. Die Aufführungen finden im Haus der Visionäre in Berlin statt.
Wann und wo wird das Stück aufgeführt?
Das Stück wird vom 2. bis 4. sowie vom 9. bis 11. Dezember im Haus der Visionäre in Berlin-Treptow, Eichenstraße 4A, gezeigt. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr.
Wer sind die Mitwirkenden?
Sechs Tänzerinnen und Tänzer der Deutschen Oper nehmen teil, darunter Jade Albrieux, Sofia Repo, Sherly Belliard, Ryan Drobner, Soraya Schulthess und Renato De Leon, die auch das Stück geschrieben haben.
Was ist das Besondere an der Musik?
Die Musik stammt von DJ Chlär, der elektronische Klänge und Techno-Elemente nutzt. Sie reagiert in Echtzeit auf die Bewegung der Tänzer und wird in einer 360-Grad-Klanginstallation präsentiert.
Welche Themen behandelt das Stück?
„Dancae X Chlär“ thematisiert das Verhältnis von Mensch, Technologie und Bewusstsein. Es zeigt, wie Algorithmen und Daten menschliches Verhalten beeinflussen können, ohne KI als dystopisch darzustellen.
Wie teuer sind die Tickets?
Die Eintrittspreise liegen zwischen 10 und 52 Euro, je nach Kategorie und Sitzplatz im Haus der Visionäre.
Ab welchem Alter ist der Besuch empfohlen?
Das Tanztheater ist für Besucher ab 16 Jahren empfohlen.
Welche Künstler sind außerdem beteiligt?
Neben DJ Chlär arbeitet die Tänzerin Elizaveta Poliakova mit dem bildenden Künstler Felix Kiessling zusammen, der ein zentrales Bühnenobjekt gestaltet hat.
Wie lange dauert die Aufführung?
Die Gesamtdauer des Stücks beträgt rund 60 Minuten.