Donnerstag, 23 Oktober 2025 13:43

Schnelles Ausbreiten der Vogelgrippe gefährdet Berlin und Brandenburg

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Tote Kraniche in Berlin lösen Vogelgrippe-Alarm aus. Tote Kraniche in Berlin lösen Vogelgrippe-Alarm aus. Foto: Pixabay

In Brandenburg breitet sich die Vogelgrippe in alarmierendem Tempo aus. Auch in Berlin gibt es nun erste Verdachtsfälle, nachdem zwei tote Kraniche entdeckt wurden. Die Behörden untersuchen derzeit, ob das Virus auch in der Hauptstadt angekommen ist. Zoo und Tierpark reagieren mit vorsorglichen Maßnahmen, um ihre Tierbestände zu schützen.

Inhaltsverzeichnis:

Untersuchungen der toten Kraniche aus Berlin

Zwei in Berlin gefundene Kraniche werden aktuell im Landeslabor auf Vogelgrippe getestet. Einer der Vögel wurde im Ortsteil Buch im Bezirk Pankow gefunden, der andere in Marzahn-Hellersdorf. Sollte das Labor ein positives Ergebnis liefern, werden die Proben an das Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts weitergeleitet. Erst nach einer dortigen Bestätigung wäre der erste offizielle Fall in Berlin festgestellt.

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz gab es in diesem Jahr in Berlin noch keinen bestätigten Fall der Krankheit. Die Funde der toten Tiere gelten daher als bedeutender Hinweis auf eine mögliche Ausbreitung der Infektion über die Landesgrenzen hinweg.

Kranichpopulation und mögliche Verbreitungswege

Nach Informationen des Landesverbands des Naturschutzbunds (Nabu) ist die Kranichpopulation in Berlin vergleichsweise klein. Dennoch besteht ein hohes Risiko der Einschleppung des Virus. Zugvögel fliegen regelmäßig über Berlin und könnten das Virus aus Brandenburg mitbringen.

Die Experten betonen, dass die Bewegungen der Wildvögel kaum kontrollierbar sind. Daher bleiben Prävention und Früherkennung entscheidend. In Brandenburg wurden bereits Tausende infizierte Wildvögel entdeckt, was die Sorge um eine weitere Ausbreitung verstärkt.

Vorsorgemaßnahmen im Zoo und Tierpark

Im Berliner Zoo und im Tierpark wurden bislang keine Fälle von Vogelgrippe festgestellt. Sprecherin Svenja Eisenbarth erklärte, dass beide Einrichtungen in engem Kontakt mit den Behörden stehen. Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, werden besonders empfindliche Vogelarten vorzeitig in ihre Winterquartiere gebracht.

Geplant war der Umzug eigentlich erst in zwei Wochen. Nun betrifft er unter anderem folgende Arten:

  • Pelikane
  • Gänse
  • Enten
  • Hühner
  • Perlhühner
  • Schwäne

Im Jahr 2022 war der Zoo wegen eines Vogelgrippe-Falls bereits für mehrere Wochen geschlossen. Daher möchten die Verantwortlichen diesmal schneller reagieren.

Schwere Lage in Brandenburg

In Brandenburg ist die Situation deutlich ernster. Im Linumer Rhinluch bei Fehrbellin wurden kürzlich zahlreiche infizierte Kraniche entdeckt. Die Vogelgrippe wurde mittlerweile in sechs Landkreisen und einer kreisfreien Stadt bestätigt. Besonders betroffen ist der Kreis Ostprignitz-Ruppin, wo nach aktuellen Schätzungen mehr als 10.000 tote Wildvögel gezählt wurden.

Die sogenannte Geflügelpest gilt als hochansteckende Virusinfektion, die bei vielen Vogelarten tödlich verläuft. Experten weisen darauf hin, dass für Menschen nach aktuellem Wissensstand keine Gefahr besteht. Dennoch bleiben die Schutzmaßnahmen für Nutz- und Wildvögel von zentraler Bedeutung, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Behörden beobachten die Situation in Berlin und Brandenburg aufmerksam. Ergebnisse der Laboruntersuchungen der beiden Kraniche werden in den kommenden Tagen erwartet. Bis dahin bleibt unklar, ob das Virus bereits die Hauptstadt erreicht hat.

Quelle: rbb24, www.welt.sn2world.com