- Mögliche neue Dekadenrekorde in der zweiten Augusthälfte
- Anstieg der Ozonwerte, mögliche gesundheitliche Beschwerden wie gereizte Schleimhäute, Müdigkeit, Kopfschmerzen
- Sport und körperliche Arbeit besser am frühen Morgen oder späten Abend
Inhaltsverzeichnis:
- Hoch Julia bringt Rekordgefahr
- Kühlere Orte in Berlin
- Badegewässer und Warnhinweise
- Öffentlicher Nahverkehr und Hitze
- Arbeitsplätze ohne generelles Hitzefrei
- Hilfe für Vögel
- Waldbrandgefahr in Brandenburg
- Fehlende Hitzeaktionspläne
Hoch Julia bringt Rekordgefahr
Der Wetterdienst meldet für Donnerstag und Freitag Höchstwerte bis 37 Grad. Die heiße Luft aus Nordafrika kann an einzelnen Stationen neue Dekadenrekorde bringen. In Brandenburg liegt die bisherige Marke bei 38,1 Grad (Klettwitz und Cottbus, 20.08.2012), in Berlin bei 37,0 Grad (Berlin-Lichterfelde Süd, 20.08.1943). Ein landesweiter Rekord ist jedoch unwahrscheinlich. Zum Ende der Woche wird es schwüler und gewittriger, am Wochenende kühler.
Kühlere Orte in Berlin
Kirchen bieten Schutz vor der Hitze. Die Liste kühler Orte des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zeigt weitere Möglichkeiten. Die sogenannte Frischekarte weist den Weg zu schattigen Plätzen, Trinkbrunnen, Grünanlagen und Badestellen. Im Mauerpark befindet sich ein temporärer Cooling Point, im Wedding auf dem Manga-Bell-Platz das Projekt Machmalplatz. In Berlin gibt es über 240 Trinkbrunnen, verteilt über das gesamte Stadtgebiet.
Badegewässer und Warnhinweise
Nahezu alle Badestellen in der Region weisen gute Wasserqualität auf. Warnhinweise gibt es nur an drei Berliner Stellen: Radfahrerwiese (Unterhavel), Bammelecke (Dahme) und Schmöckwitz (Dahme). In Brandenburg gilt eine Warnung für den Wolletzsee (Angermünde) und den Hohenjesarschen See (Alt Zeschdorf) wegen Blaualgen. Freibäder bleiben geöffnet, neue Ticketpreise gelten seit der Saison 2025, ab 14 Jahren ist ein Lichtbildausweis Pflicht.
Öffentlicher Nahverkehr und Hitze
Die meisten S-Bahn-Züge sind unklimatisiert, Temperaturen können deutlich über 30 Grad steigen. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen alle Züge klimatisiert sein. Busse und die meisten Straßenbahnen der BVG verfügen über Klimaanlagen, die maximal drei Grad unter Außentemperatur kühlen, jedoch nicht unter 24 Grad. In der U-Bahn gibt es keine Klimaanlagen, nur geöffnete Fenster.
Arbeitsplätze ohne generelles Hitzefrei
Ein Recht auf Hitzefrei besteht nicht. Arbeitgeber sollen Vorsorge treffen. Ab 30 Grad wird empfohlen, Getränke bereitzustellen oder Kleidungsvorschriften zu lockern, außer bei Sicherheitskleidung. Ab 35 Grad ist Arbeiten ohne zusätzliche Maßnahmen fraglich. Grundlage ist die Arbeitsstättenverordnung, die nur Empfehlungen enthält.
Hilfe für Vögel
Vögel leiden unter der Hitze. Wasserschalen, regelmäßig gereinigt, helfen. Sie sollten nicht in der Nähe von Futter und katzensicher aufgestellt werden. Laub unter Sträuchern im Garten schützt Boden und Insekten vor Austrocknung.
Waldbrandgefahr in Brandenburg
Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt gilt in der Hälfte der Landkreise die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Nur im Norden sowie in Oder-Spree, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz ist das Risiko mittelhoch. Der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel erwartet in einigen Kreisen bald Stufe 5. Bis Anfang Juli wurden bereits mehr als 200 Waldbrände gezählt. Brandenburg hat mit seinen Kiefernwäldern, geringen Niederschlägen und leichten Sandböden die höchste Waldbrandgefährdung bundesweit.
Fehlende Hitzeaktionspläne
Bisher war der 2. Juli der heißeste Tag des Jahres mit 38,8 Grad in Potsdam und 38,1 Grad in Berlin-Kaniswall. Im Jahr 2024 starben in Brandenburg schätzungsweise 100 Menschen an den Folgen der Hitze – doppelt so viele wie 2023. Im Durchschnitt sind es 60 Todesfälle pro Jahr. Berlin will im Herbst 2024 einen Hitzeaktionsplan vorlegen, Brandenburg erst 2027.
Quelle: RBB24, www.360edumobi.com/de