Dienstag, 12 August 2025 15:27

Hitzewelle in Berlin und Brandenburg

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Waldbrandgefahr steigt bei anhaltender Hitze. Waldbrandgefahr steigt bei anhaltender Hitze. Foto: pixabay

Ab Donnerstag und Freitag werden in der Region Temperaturen zwischen 33 und 37 Grad erwartet. Hoch Julia bringt heiße, trockene Luft aus Nordafrika. Tropennächte mit Tiefstwerten über 20 Grad sind in Städten wahrscheinlich. Zum Wochenende sinken die Werte wieder auf 25 bis 29 Grad.

  • Mögliche neue Dekadenrekorde in der zweiten Augusthälfte
  • Anstieg der Ozonwerte, mögliche gesundheitliche Beschwerden wie gereizte Schleimhäute, Müdigkeit, Kopfschmerzen
  • Sport und körperliche Arbeit besser am frühen Morgen oder späten Abend

Inhaltsverzeichnis:

  1. Hoch Julia bringt Rekordgefahr
  2. Kühlere Orte in Berlin
  3. Badegewässer und Warnhinweise
  4. Öffentlicher Nahverkehr und Hitze
  5. Arbeitsplätze ohne generelles Hitzefrei
  6. Hilfe für Vögel
  7. Waldbrandgefahr in Brandenburg
  8. Fehlende Hitzeaktionspläne

Hoch Julia bringt Rekordgefahr

Der Wetterdienst meldet für Donnerstag und Freitag Höchstwerte bis 37 Grad. Die heiße Luft aus Nordafrika kann an einzelnen Stationen neue Dekadenrekorde bringen. In Brandenburg liegt die bisherige Marke bei 38,1 Grad (Klettwitz und Cottbus, 20.08.2012), in Berlin bei 37,0 Grad (Berlin-Lichterfelde Süd, 20.08.1943). Ein landesweiter Rekord ist jedoch unwahrscheinlich. Zum Ende der Woche wird es schwüler und gewittriger, am Wochenende kühler.

Kühlere Orte in Berlin

Kirchen bieten Schutz vor der Hitze. Die Liste kühler Orte des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zeigt weitere Möglichkeiten. Die sogenannte Frischekarte weist den Weg zu schattigen Plätzen, Trinkbrunnen, Grünanlagen und Badestellen. Im Mauerpark befindet sich ein temporärer Cooling Point, im Wedding auf dem Manga-Bell-Platz das Projekt Machmalplatz. In Berlin gibt es über 240 Trinkbrunnen, verteilt über das gesamte Stadtgebiet.

Badegewässer und Warnhinweise

Nahezu alle Badestellen in der Region weisen gute Wasserqualität auf. Warnhinweise gibt es nur an drei Berliner Stellen: Radfahrerwiese (Unterhavel), Bammelecke (Dahme) und Schmöckwitz (Dahme). In Brandenburg gilt eine Warnung für den Wolletzsee (Angermünde) und den Hohenjesarschen See (Alt Zeschdorf) wegen Blaualgen. Freibäder bleiben geöffnet, neue Ticketpreise gelten seit der Saison 2025, ab 14 Jahren ist ein Lichtbildausweis Pflicht.

Öffentlicher Nahverkehr und Hitze

Die meisten S-Bahn-Züge sind unklimatisiert, Temperaturen können deutlich über 30 Grad steigen. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen alle Züge klimatisiert sein. Busse und die meisten Straßenbahnen der BVG verfügen über Klimaanlagen, die maximal drei Grad unter Außentemperatur kühlen, jedoch nicht unter 24 Grad. In der U-Bahn gibt es keine Klimaanlagen, nur geöffnete Fenster.

Arbeitsplätze ohne generelles Hitzefrei

Ein Recht auf Hitzefrei besteht nicht. Arbeitgeber sollen Vorsorge treffen. Ab 30 Grad wird empfohlen, Getränke bereitzustellen oder Kleidungsvorschriften zu lockern, außer bei Sicherheitskleidung. Ab 35 Grad ist Arbeiten ohne zusätzliche Maßnahmen fraglich. Grundlage ist die Arbeitsstättenverordnung, die nur Empfehlungen enthält.

Hilfe für Vögel

Vögel leiden unter der Hitze. Wasserschalen, regelmäßig gereinigt, helfen. Sie sollten nicht in der Nähe von Futter und katzensicher aufgestellt werden. Laub unter Sträuchern im Garten schützt Boden und Insekten vor Austrocknung.

Waldbrandgefahr in Brandenburg

Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt gilt in der Hälfte der Landkreise die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Nur im Norden sowie in Oder-Spree, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz ist das Risiko mittelhoch. Der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel erwartet in einigen Kreisen bald Stufe 5. Bis Anfang Juli wurden bereits mehr als 200 Waldbrände gezählt. Brandenburg hat mit seinen Kiefernwäldern, geringen Niederschlägen und leichten Sandböden die höchste Waldbrandgefährdung bundesweit.

Fehlende Hitzeaktionspläne

Bisher war der 2. Juli der heißeste Tag des Jahres mit 38,8 Grad in Potsdam und 38,1 Grad in Berlin-Kaniswall. Im Jahr 2024 starben in Brandenburg schätzungsweise 100 Menschen an den Folgen der Hitze – doppelt so viele wie 2023. Im Durchschnitt sind es 60 Todesfälle pro Jahr. Berlin will im Herbst 2024 einen Hitzeaktionsplan vorlegen, Brandenburg erst 2027.

Quelle: RBB24, www.360edumobi.com/de