Inhaltsverzeichnis:
- Kinder aus Berlin und Brandenburg betroffen
- Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen mit meisten Infektionen
- Ehec-Bakterien und Übertragungswege
- Lage in Berlin im Jahr 2025
- Gründe für den Anstieg
- Rückblick auf das Jahr 2011
Kinder aus Berlin und Brandenburg betroffen
Laut Angaben des Landesamtes sind derzeit vier Kinder aus Berlin und ein Kind aus Brandenburg erkrankt. In vier Fällen traten Komplikationen durch das hämolytisch-urämische Syndrom auf. Dabei handelt es sich um eine schwere Erkrankung von Blut und Nieren. Betroffene werden stationär behandelt, darunter ein Berliner Kind in Leipzig. Besonders häufig erkranken Kinder zwischen einem und neun Jahren.
- 5 neue Fälle wurden am Mittwoch gemeldet
- 31 Infektionen seit Mitte August bestätigt
- 19 Patienten stationär behandelt
- 12 Erkrankte mit HUS diagnostiziert
Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen mit meisten Infektionen
Die Mehrzahl der Infektionen wurde in den östlichen Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen registriert. Die Ursache ist bisher unklar. Gesundheitsämter, das Robert-Koch-Institut und Lebensmittelüberwachungsbehörden arbeiten zusammen, um die Quelle zu identifizieren. Eltern sollen auf blutige Durchfälle und starke Bauchschmerzen achten und sofort ärztliche Hilfe suchen.
Ehec-Bakterien und Übertragungswege
Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Diese Bakterien kommen vor allem bei Rindern, Ziegen und Rehen vor. Sie produzieren Shigatoxine, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu HUS verursachen können. Übertragungswege:
- Kontakt mit Tieren oder deren Fell
- Übertragung durch Streicheln oder Berührung
- Verzehr von rohen Lebensmitteln
- Kontakt mit kontaminiertem Kot
Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.
Lage in Berlin im Jahr 2025
Bis Ende August 2025 wurden in Berlin mehr als 160 Ehec-Fälle registriert. Das ist deutlich mehr als der Median der Vorjahre mit rund 58 Fällen. 20 Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden, darunter vier Minderjährige. In der 35. Meldewoche wurden fünf Fälle gemeldet, in der Woche davor sieben. Alle betroffenen Personen waren Erwachsene. Nach Angaben des Landesamtes in Berlin gibt es keinen direkten Zusammenhang mit den Fällen in Mecklenburg-Vorpommern.
Gründe für den Anstieg
Seit September 2023 suchen Labore regelmäßig nach Ehec-Bakterien. Dadurch werden mehr Infektionen erfasst. Dies erklärt einen Teil des Anstiegs. Dennoch bleibt die Zahl der Fälle deutlich höher als in den Vorjahren.
Rückblick auf das Jahr 2011
Der letzte große Ehec-Ausbruch in Deutschland ereignete sich 2011. Damals erkrankten rund 3.800 Menschen, mehr als 50 starben. Als Ursache gelten verunreinigte Sprossen aus importierten Bockshornkleesamen aus Ägypten. In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2024 mehr als 130 Fälle dokumentiert, im Jahr 2023 waren es 80.
Die aktuelle Situation zeigt, dass Ehec-Infektionen ein ernstes Gesundheitsrisiko bleiben. Behörden und Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg stehen unter Beobachtung, während die Suche nach der Ursache weiterläuft.
Quelle: RBB24, webrivaig.com/de, YouTube