Donnerstag, 22 Januar 2026 20:22

Deutsche Kinemathek im E-Werk Mitte

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Historische Filmgeschichte auf fünf Leinwänden im E-Werk Mitte. Historische Filmgeschichte auf fünf Leinwänden im E-Werk Mitte. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Deutsche Kinemathek hat ihr neues Zwischenquartier im E-Werk Mitte in Berlin eröffnet. Der Standort ist zeitlich begrenzt geplant. Die Ausstellung umfasst 600 Quadratmeter. Auf fünf Leinwänden werden Bilder aus über 100 Jahren Filmgeschichte gezeigt. Der neue Ausstellungsort ist seit dem Eröffnungswochenende für Besucher zugänglich.

Inhaltsverzeichnis

E-Werk Mitte als neuer Standort

Der Ausstellungsraum wirkt auf den ersten Blick zurückhaltend. Nur wenige Vitrinen sind sichtbar. Drei Kostüme befinden sich auf einer Galerie. Mit Beginn der Projektionen verändert sich der Eindruck deutlich. Leuchtreklamen aus Filmen wie Soul Kitchen von Fatih Akin blinken im Raum. Bilder laufen über eine rund 30 Meter lange Leinwand. Eine weitere große Projektionsfläche bedeckt die Stirnseite. Besucher nehmen auf bunten Sofas Platz. Gezeigt werden fortlaufend Szenen der deutschen Filmgeschichte bis in die 1960er-Jahre.

Deutsche Kinemathek und frühe Filmtechnik

Ein zentrales Objekt der Ausstellung ist eine Handkurbelkamera aus dem Jahr 1910. Sie stammt aus dem Bestand des Museums. Mit dieser Kamera wurde in Babelsberg mit Asta Nielsen gedreht. Das erläutert die Kuratorin Vera Thomas, 51 Jahre alt. Direkt neben der Vitrine laufen historische Filmaufnahmen. Zu sehen ist eine Szene aus den Dreharbeiten zu Engelein von 1913. Asta Nielsen ist dabei in einer Wasserszene zu sehen. Das Drama um ein unehelich geborenes Mädchen wurde zunächst von der Zensur verboten. 1914 kam der Film dennoch in die Kinos.

Detlef Weitz und mediale Inszenierung

Die räumliche Gestaltung der Ausstellung übernahm der Berliner Szenograph Detlef Weitz, 59 Jahre alt. Das Konzept setzt auf Abwechslung. Bewegte Bilder wechseln sich mit ruhigen Zonen ab. Besucher können sich in kleine TV-Boxen zurückziehen und Szenen der deutschen Fernsehgeschichte ansehen. Die Inhalte lassen sich individuell steuern. Dafür stehen ausklappbare Tastaturen zur Verfügung. So entstehen sowohl dynamische als auch entspannte Momente im Rundgang.

Hans Heinrich Müller und die 1920er-Jahre

Der inhaltliche Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den 1920er-Jahren. Das steht im Zusammenhang mit der Geschichte des Gebäudes. Das E-Werk wurde zwischen 1924 und 1928 errichtet. Verantwortlich war der Architekt Hans Heinrich Müller, geboren 1879, gestorben 1951. Zu sehen sind Kostüme aus Filmen, die im Berlin der Roaring Twenties spielen.

  • Ein Anzug von Fritz Wepper aus Cabaret von 1972
  • Ein Kleid von Barbara Sukowa aus Berlin, Alexanderplatz von 1980
  • Eine Abendrobe von Sydne Rome aus Schöner Gigolo, armer Gigolo von 1978

Ergänzt werden die Exponate durch einen handschriftlichen Brief. Der Brief stammt von David Bowie und ist an Marlene Dietrich gerichtet. Sie hatte in diesem Film ihren letzten Leinwandauftritt. Die Ausstellung zeigt nur einen kleinen Teil des umfangreichen Archivs. Dieses war bis 2024 auf 1500 Quadratmetern am Potsdamer Platz zu sehen. Die Deutsche Kinemathek soll rund zehn Jahre im E-Werk bleiben, bis ein Neubau zur Verfügung steht. Der Eintritt am Eröffnungswochenende vom 23. bis 25. Januar ist jeweils von 10 bis 18 Uhr möglich. Adresse ist die Mauerstraße 79 in Berlin.

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Karte: Google Maps / Standort E-Werk Mitte.

FAQ

Wo befindet sich das neue Zwischenquartier der Deutschen Kinemathek?

Das Zwischenquartier der Deutschen Kinemathek befindet sich im E-Werk Mitte in Berlin, Mauerstraße 79.

Wie groß ist die Ausstellungsfläche im E-Werk Mitte?

Die Ausstellung erstreckt sich über eine Fläche von 600 Quadratmetern.

Wie viele Leinwände werden in der Ausstellung genutzt?

Insgesamt werden fünf Leinwände eingesetzt, darunter eine rund 30 Meter lange Projektionsfläche.

Welche Zeitspanne der Filmgeschichte wird gezeigt?

Gezeigt werden Bilder aus über 100 Jahren Filmgeschichte, mit Szenen bis in die 1960er-Jahre.

Welcher historische Schwerpunkt prägt die Ausstellung?

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den 1920er-Jahren, passend zur Bauzeit des E-Werks zwischen 1924 und 1928.

Welche bekannten Filmkostüme sind Teil der Ausstellung?

Zu sehen sind unter anderem ein Anzug von Fritz Wepper aus Cabaret, ein Kleid von Barbara Sukowa aus Berlin, Alexanderplatz sowie eine Abendrobe von Sydne Rome aus Schöner Gigolo, armer Gigolo.

Wie lange soll die Deutsche Kinemathek im E-Werk bleiben?

Geplant ist ein Aufenthalt von etwa zehn Jahren, bis ein Neubau zur Verfügung steht.

Wann ist die Ausstellung am Eröffnungswochenende geöffnet?

Am Eröffnungswochenende vom 23. bis 25. Januar ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: BZ Die Stimme Berlins, Milekcorp