Dienstag, 19 August 2025 11:50

Cyberangriff auf Felor Badenberg in Berlin

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Hackerangriff auf Rechner der Berliner Justizsenatorin Hackerangriff auf Rechner der Berliner Justizsenatorin Pexels/Foto illustrativ

Die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) ist Ziel eines gezielten Hackerangriffs geworden. Betroffen war ein einzelner Arbeitsrechner in ihrem Leitungsbereich. Dabei wurden auch personenbezogene Daten entwendet, darunter E-Mails und Termine aus ihrem digitalen Kalender. Der Angriff wirft neue Fragen zur Cybersicherheit der Berliner Verwaltung auf.

Inhaltsverzeichnis:

Felor Badenberg und der betroffene Rechner

Laut Sprecherin der Senatorin handelt es sich um eine gezielte Attacke. Der Computer war seit Februar 2023 im Austausch mit verschiedenen Personen und enthielt private wie dienstliche Daten. Besonders heikel sind die abgegriffenen Kalendereinträge mit Gesprächspartnern und Terminen.

Nach bisherigen Erkenntnissen war kein weiteres Gerät infiziert. Externe IT-Systeme sind laut Senatsverwaltung nicht betroffen. Der Rechner wurde sofort vom Netz genommen, um die Ausbreitung möglicher Schadsoftware zu verhindern.

Landeskriminalamt und Cyber Defence Center aktiv

Die Reaktion der Behörden erfolgte unmittelbar. Eingeschaltet wurden:

  • Landeskriminalamt Berlin
  • IT-Dienstleistungszentrum des Landes (ITDZ)
  • Cyber Defence Center (CDC)
  • Computer Emergency Response Team (CERT)

Diese Institutionen koordinieren nun umfangreiche Maßnahmen zur Analyse des Vorfalls. Dazu gehört die Untersuchung von Schadsoftware sowie die Sicherung der Kommunikationsdaten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Angreifer eine täuschend echt wirkende E-Mail nutzten.

Täuschung durch falsche Absender

Nach Informationen des Magazins „Spiegel“ gaben sich die Hacker in E-Mails als hochrangige Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland aus. Ein Mitarbeiter der Verwaltung klickte auf einen eingebetteten Link. Dadurch gelangte mutmaßlich Schadsoftware auf den Rechner. Dieses Vorgehen ist als Phishing bekannt und zählt zu den häufigsten Methoden von Cyberangriffen.

Die weitere Verbreitung konnte zwar gestoppt werden, doch sensible Daten waren bereits abgeflossen. Dazu zählen unter anderem vertrauliche Kontakte sowie persönliche Termine der Senatorin.

Verdacht auf iranische Hackergruppe

Laut „Spiegel“ führen Spuren in Richtung Iran. Sicherheitskreise vermuten, dass eine Gruppe unter Kontrolle der iranischen Revolutionswächter steckt. Diese Gruppe sei in Deutschland bereits durch Spionage gegen oppositionelle Iraner und Angriffe auf Mailpostfächer von Menschenrechtlerinnen aufgefallen.

Die Senatsverwaltung äußerte sich offiziell nicht zu möglichen Tätern. Klar ist jedoch, dass Badenbergs iranische Herkunft bei den Ermittlungen eine Rolle spielt. Sie wurde in Teheran geboren und kam als Kind nach Deutschland. Vor ihrer Ernennung 2023 zur Justizsenatorin arbeitete sie jahrelang im Bundesamt für Verfassungsschutz, zuletzt als Vizepräsidentin.

Der Angriff auf Felor Badenberg zeigt erneut die wachsende Gefahr durch international gesteuerte Hackergruppen. Die Ermittlungen zu Art, Umfang und Hintergrund des Vorfalls laufen weiter.

Quelle: RBB24, www.milekcorp.com/de/